Afrika

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Montag, 20. September 2010

Malelane und Kruegerpark!

An diesem Wochenende haben wir zwei Freiwillige in Malelane besucht. Die Maedels, Kathi und Nicole, sind ebenfalls ueber weltwaerts und fuer ein Jahr in Suedafrika. Sie arbeiten in einem Kinderheim fuer Aidsweisen, es gibt aber Kinder mit verschiedensten Hintergruenden. Insgesamt betreuen sie ca. 40 Kinder von 0,3 bis 18 jahre und sind vollkommen fuer die Erziehung und “Unterhaltung” zustaendig. Da sie ihre kleine Huette auf dem Gelaende des Heims haben, leisten sie quasi einen 24h-job, da die Kinder das Tuerklopfen im Marathon gelernt haben. Die beiden haben wirklich einen sehr schoenen Job, sie betreuen die Kinder, machen mit ihnen Hausaufgaben und loesen Probleme des Alltags, bringen ihnen Bewusstsein fuer Materialien und das Zaehenputzen bei… Dafuer arbeiten nahezu rund um die Uhr und auch ein finanzieller Beitrag im Heim wird erwartet. Ich finde es sehr schoen, dass die beiden so menschennah arbeiten, was uns leider etwas fehlt. Ganz anders sind dafuer deren Wohnverhaeltnisse! Sie teilen sich eine sehr kleine Huette (etwa wie unser Buero), mit etlichen Muecken, Kakalaken und Maeusen. Statt einer Kueche haben sie nur zwei Herdplatten zur verfuegung und Spuelen, Kleidung waschen und Duschen wird alles in die Badewann verlagert, die nur kaltes Wasser hergibt. Die Einrichtung ist minimal (Dosen werden mit dem Messer geoeffnet und Einkaufskoerbe dienen als Regale) und auch die Sauberkeit betreffend darf man nicht pingelig sein (was nicht die Schuld der Maedels ist!). Alle Vorhaenge muessen den ganzen Tag zu bleiben, weil die Kinder sonst Dauerzuschauer waeren und Waesche kann nur nach Schlafenszeit der Kinder aufgehangen werden. Ein Auto gibt es auch nicht, so dass die beiden alles zu Fuss erledigen muessen (was hier nur bei Helligkeit gefahrlos moeglich ist) oder ein Taxi nehmen muessen, die ebenfalls ein gewisses Risiko darstellen und nur bei Tag eine Option sind. Alles in allem wohnen die beiden in sehr afrikanischen Verhaeltnissen, was deutlich unter dem europaeischen Standard liegt, machen somit aber auch eine grosse Erfahrung. Zudem machen sie ihren Job sehr gerne, was ich gut verstehen kann. Seit dem Wochenende werde ich unser warmes Wasser, die Autos, die Waschmaschine, die Kueche und eigentlich alles wohl als absolutes Luxusgut ansehen. Alles in allem faenden wir wohl was das Wohnen und das Arbeiten angeht ein Mittelding zwischen unseren Stellen als Ideal.

Aber weiter im Programm: Nachdem wir Freitag gegen 20h angekommen sind hat es uns nach dem Abendessen und noch einigem gequatsche und kennengelerne recht frueh in die Betten gehauen. Immerhin wollten wir Samstag um 5h aufstehen, um puenktlich zur Oeffnung um 6h vor den Toren des Krueger National Parks zu stehen. Gesagt getan, da der Weg vom Heim der beiden nur ca. 10-15 min. mit dem Auto waren, standen wir puenktlich in aller Fruehe am Eingang. Die Preise wurden, wie in den meisten Attraktionen in Suedafrika (Museen etc) nach Einheimischen, Afrikanern und Nicht-Afrikanern getrennt, wobei wir dank des Visa meistens zu den Einheimischen zaehlen. Diese lagen aber leider gut verstaut im Nachtschrank. Dank unserer guten Ueberzeugungsarbeit kamen wir dann aber doch fuer nur 4 Euro in den Park (Nicht-Afrikaner zahlen 16 Euro! Die wissen, dass Touris Geld haben... Obwohl das ja immernoch sehr human ist, siehe Zoom!). Also ging es los: 12 Stunden Wildnis lag vor uns und es gab viel zu entdecken. Wir hatten eine tolle Karte bei und einen Weg ausgetueftelt, bei dem wir etwa 5 verschiedene Vegetationen durchlaufen sollten, und mit „Koenig der Loewen“-Liedern im Ohr waren wir mehr als bereit. Der Park ist 20.000qm^2 (etwas Wales) gross und wir haben uns den Sueden vorgenommen. Er besteht aus vielen verschiedenen Vegetationsgebieten und ist von wenigen geteerten Strassen durchzogen. Davon gehen einige Dustroads ab, Sandstrassen auf denen max. 40km/h erlaubt ist. Das Aussteigen aus den Autos ist nur an wenigen gekennzeichneten Stellen moeglich und ansonsten streng verboten. Dann gibt es einige Raststaetten, die man anfahren kann und Campanlagen, die eingezaeunt sind, mit Hotels, Campingplatz, Restaurant etc..

So und nun zu unseren Erlebnissen. Leider ist mir seit Samstag klar, dass man das, was wir gesehen und erlebt haben einfach nicht angemessen rueberbringen kann. Diese Erlebnisse koennen mit Worten und Bildern wirklich nicht vermittelt werden, aber ich gebe mein bestes. Dieser Park ist einfach so viel besser als jeder Zoo. Die Tiere koennen sich frei im ganzen Park bewegen und sind selbst verantwortlich, ob sie sich in Strassennaehe oder im unsichtbaren Innneren der Landflaechen aufhalten. Man sieht die Tiere in ihrer natuerlichen Umgebung und Wildbahn. Und wenn man Glueck hat, sieht man sie auch noch aus unglaublicher Naehe! Es ist wirklich spannend, weil man mit ca. 40km/h durch den Park faehrt und zu allen Seiten Ausschau haelt, was das Zeug haelt. Manchmal passiert auch 45 min. gar nichts und man sieht nur braune Steppe oder Baume oder Buesche, je nachdem welche Zone man gerade durchfaehrt. Und dann ploetzlich hoert man einen lauten Schrei im Auto:“ Stooooooop. Zeeeeeeeeeeebraaaaaaaaaaaas!!!!“ Der Fahrer geht sanft in die Eisen und setzt das Auto zurueck und dann steht man ploetzlich ganz unverhofft neben einer Horde Zebras , kriegt den Mund nicht mehr zu und knippst was das Zeug haelt... Zudem freut man sich, sobald man ein stehendes Auto (vor allem einen Touribus) erblickt, weil dann meisten jemand was gesichtet hat. Und da die Tiere wahnsinnig gut gatarnt sind, (wir haben sogar Giraffen und Elefanten uebersehen, die 5m neben dem Weg standen...) sind andere Besucher und geschulte Touribusfahrer eine grosse Hilfe.

Insgesamt haben wir auf unserer Tour 4 der Big Five gesehen: Elefanten, Bueffel, Nashoerner und Loewen. Nur den Loeparden haben wir uns fuers naechste mal aufgehoben. 


Vor diesen Riesen hatten wir echt Respekt, dass wir sogar den Motor anliessen...
 

Wer findet den Leo?


Des weiteren haben wir aus naechster Naehe Giraffen, Paviane, eine Hyaene, Warzenschweine (die sehen so witzig aus, wenn sie rennen), Nilpferde, Zebras, Impala, Steinboecke, Streifengnus, Tiefland-Njalas, eine Schildkroete, Kudus, Warane, Gelbschnabeltokos, Graureiher, Hauben-Bartvoegel, Helmperlhuehner und Rotschulter-Glanzstare gesehen. (Die letzten 5 sind Voegel, ihr koennt sie euch ga googeln) Einfach so in freier Wildbahn. Und die meisten standen wirklich unmittelbar in der Naehe des Autos. 






Ist das ein Verwandter von Zazu aus Koenig der Loewen?

Aber hier sind meine 4 Highlights:

Das erste ereignete sich kurz nachdem wir in den Park gefahren waren. Eine riesige Hyaene trottet langsam am Strassenrand entlang, mit einem riesigen Zebrastueck im Maul. Sie ist in 1 m Abstand an unserem Auto vorbeigelaufen. Was ein wahnsinns Augenblick! Und die sind echt gross!





 

Der zweite war, als wir eine Strasse entlanggefahren sind und es leicht bergauf ging, so dass wir nicht sehen konnten, was vor uns kommen wuerde. Als wir oben waren, ging die Strass vor uns wieder runter und hoch und wir konnten sehen, wie ca. 200m vor uns eine Elefantenherde die Strasse ueberquert. Wir sind ganz nah ran gefahren und haben direkt vor unserem Auto ca. 7 Elefanten laufen sehen. Wahnsinn!




Wie viele verschiedene Tiere findet ihr?
Top 3 war ein Ausstiegspunkt, wo man in eine kleine Holzhuette gehen und durch die scheibenlosen Fenster eine Wasserstelle beobachten konnte. Schon die Ankunft war atemberrauben, weil direkt (!) neben dem Parkplatz ein Elefant am Fressen war. Nach etwas hin und her trauten wir uns dann aus dem Auto und schlichen in die Huette. Aber was uns dahinter erwatete war der absolute Hammer. Vor der Wasserstelle sassen 4 Affen und waren sich am lausen und am gammeln. Sogar mit Baby. In deren Naehe leifen riesige Warane oder Echsen ihre Runden auf dem trockenen Boden. Im Wasser war ein Hippo zu sehen. Hinter dem Fluss lagen zig Bueffel herum und sonnten sich. In der Naehe lief ein Elefant spazieren. Im Hintergrund waren 3 Giraffehaelse zwischen den Baeumen zu sehen. In der Huette sass ein grauer Frosch. Und um die Ecke konnte man 10 Affen in einem Baum und auf dem Boden laufen und springen sehen. So viele Tiere auf einem Haufen, wobei sie bis dahin immer nur in einer Art oder maximal zu zweit vorkamen. Ich war hin und weg und haette auch den Rest des Tages an dieser Wasserstelle verbringen und beobachten koennen! Einfach irre geil...

Doch das absolute Tageshighlight ereignete sich dann gegen Ende. Nach ca. 11Stunden und bereits auf dem Rueckweg erblickten wir mehrere Autos am Wegrand. Wir hielten an und fragten, was die Leute sehen wuerden. „Lions, down there“ war die Antwort. Unsere Herzen schlugen gleich hoeher. Loewen werden nicht so oft gesehen (im Gegesatz zu Giraffen, Elefanten und ..., an denen wir irgenwann schon einfach vorbei gefahren sind). Wir hatten sie an dem Tag bis dahin nur dank eines Tourbusses aus wahnsinniger Entferung umrissartig im Gebuesch erblickt. Doch wo waren die Loewen? Mit konzentrierten Blick suchten 8 sehnsuechtige Augen die Landschaft ab. Wir haben die Chance noch Loewen zu sehen! Aber wo nur? Genau beobachteten wir die Blickrichtung der anderen Menschen. Ist das braun gelbe hinter dem kahlen Baum dort ein Loewe? Hmm, leider war alles braun-gelb und irgendwie loewenfarbig und so beobachteten wir minutenlang eine Stein ;-)
Wir wollten schon weiterfahren, weil wir keine Lebenszeichen ausmachen konnte. Aber ich bestand darauf noch etwas zu warten. Und da, eine Bewegung. Tatsaechlich ein Loewe und seine Partnerin erheben sich, ca. 30m von der Fahrbahn entfernt und trotten in die Gegenrichtung davon. Mittlerweile hatten sich ca. 10 Autos versammelt (obwohl man sonst so alle 30min mal eines gesehen hat). 
Wir dachten, die sind jetzt weg und ergoetzten und schon an den 3 Sekunden, als die Loewen ploetzlich ca. 5 Autos hinter uns auf die Strassen trotteten und den Akt der Vermehrung vollzogen. Wir waren voellig aus dem Haeusschen! Wir haben Loewen gesehen! Das ganze von relativ nah und ueber mehrerer Sekunden und dann paarten sie sich auch noch voellig unbeeindruckt von ihrem grossen Publikum. Absolut happy und unglaublich freudig machten wir uns auf den Heimweg.
Ein toller Tag im Krueger und ich freue mich schon darauf im Oktober wieder zu kommen! Dann mit Uebernachtung im Zelt und Nachtfuehrung...

Die restlichen Wochenendeereignisse kommen mir nach diesem Bericht sehr nebensachlich vor, machten das Wochenende aber trotzdem zu einem tollen Erlebnis. Nach unserer Ankunft im Kinderheim mussten wir entdecken, dass ein riesiger Baum auf die Kirch des Kinderheims gefallen war, die ein Wellblechdach und -waenden bestand und dieser somit erheblichen Schaden zugestossen hat. Dann haben wir noch das allabendliche Singen der Kinder mitbekommen. Und die haben ja Stimmen... toll! Ein Geburtstagskind hat ein Geschenk bekommen und wurde im Anschluss, wie es dort so ueblich ist wenn man Geburtstag hat, mit Schlamm eingeseift. Dann haben wir noch ein bisschen mit ihnen gespielt und die Maedels haben sie ins Bett gebracht. Im Anschluss sind wir noch lecker Essen gewesen und sind dann fix und fertig ins Bett gefallen.

Nach 10h tiefem und erholsamen Schlaf erwachten wir bereits um 8h und nutzten die Chance der Zeit, uns einen baptistischen Gottesdienst anzuschauen. Schnell in die Klamotten gesprungen und Zaehne geputzt, erreichten wir puenktlich um 9h das kleine Gebetshaus. Wir merkten, dass es sich um eine sehr reiche Gemeinde handelte, die Leute waren sehr gut gekleidet, die Autos teuer und das Gruendstueck sehr gepflegt. Der kleine Raum, der die Kirche darstellte verfuegt ueber eine ferngesteuerte Klimaanlage und die Liedtexte wurden mit einem Beamer projeziert. Man begruesste und sehr freundlich und lud uns direkt zu Kaffe und Kuchen im nachhinein ein. Die Messe dauerte etwas laener als eine Stunde und war... ok. Der Gesang war auf Grund der vorwiegend weissen Besucher wie in Deutschland, aber die Predigt war sehr herzlich und nett. Der Redner ist auf jeden Fall aus „Eine himmlische Familie“ entsprungen!

Witzig war, dass mich beim Platz nehmen ein Maedchen auf Deutsch angesprochen hat:“ Seit ihr Deutsche?“ Ich gucke sie an und nicke nur, also sie meinte:“ Ahh cool, ich habs an deinen Baendchen erkannt“ und zeigte mir ihre. Nach einem kurzen Plausch stellte sich heraus, dass sie, Carina, auch eine Freiwillige aus der Umgebung ist und bereits die Freiwilligen aus White River kennt, mit denen wir schon im Kino waren. Wie klein die Welt ist, hahaha. Da sie in ihrer Einsatzstelle ganz alleine ist, war sie um die Bekanntschaft sehr froh und wir unterhielten uns alle nach der Messe noch nett. Zudem genossen wir die Getraenke und Schnittchen, die unser Fruehstueck sein sollten und unterhilten uns mit mehreren Mitgliedern der Gemeinde. Da Kathi und Nicole uns eh naechstes Wochendende besuchen wollen, da in Nelspruit ein grosses Festival statt findet, haben wir uns dazu verabredet, dass Carina auch mitkommt.

Den Rest des Tages haben wir dann auf einer Wiese namens Fish Eagle (Fischadler) verbracht, von wo aus man einen Fluss und den dahinter beginnenden Kuegerpark sehen konnte. Der 15minuetige Fussweg war fuer uns ein echter Akt der Bewegung und somit auch ein kleines Highlight. Wir haben zwar keine Tiere ausser ein paar Echsen und Voegeln gesehen, aber den ganzen Tag im Schatten gelegen, gelesen und gegammelt. Genau das richtige fuer einen Sommertag bei ueber 30Grad. Die Sprenkleranlage der Nachbarwiese hat uns noch ein wenig Abkuehlung gegoennt. An dieser Stelle habe ich euch hoffentlich nicht den ganzen Bericht (bzw. Tag) vermiesst. Gegen 19h sind wir dann nach einer Fahrt bei gigantischem Sonnenuntergang wieder im Cottage angekommen. Tolles Wochenende! Und viele von euch waren zumindest in meinen Gedanken oft dabei!

Einen ganz lieben Gruss an alle meine Lieben!!!!!! :-*








Freitag, 17. September 2010

Besonderheiten im Alltag

Momentan mache ich fuer euch eine Liste mit "Besonderheiten des Alltags", damit ihr mehr ueber die ungewoehnlichen Seiten des Lebens hier erfahrt. Ich hoffe, die Liste staendig aktualisieren zu koennen...

Sonne. Mond und Sterne
Alles drei laeuft hier etwas anderes als bei euch. Zunaechst die Sonne. Der beliebte Merkspruch aus der Grundschule bekommt hier einen kleinen Dreher. Es muss heissen: Im Osten geht die Sonne auf, im Norden haelt sie Mittagslauf, im Westen wird sie untergehen, im Sueden ist sie nie zu sehen. Wenn man daran denkt, dass ich suedlich des Aequators bin, eigentlich ganz logisch, oder!? Was mir aber noch aufgefallen ist, ist dass die Sonne eigentlich nicht ueber unseren Kopf hinweg zieht, sondern eher immer etwas ueberm Horozont ist, so dass es immer Schatten gibt.
Anders verhaelt es sich mit dem Mond. Dieser ist bereits ab 11h morgens am Himmel zu sehen, allerdings "falsch herum" und zwar aus suedafrikanischer Sicht. Wo er bei uns nach rechts und links geoeffnet ist, ist er das hier nach oben und unten. Zur Zeit zeigt die Woelbung nachts nach unten, vormittags aber nach oben. Der Mond zieht dann den Tag ueber ueber unsere Koepfe hinweg. Das heisst zu einer bestimmten Stunde am Tag steht er genau ueber einem und man kann nicht sicher sagen, wie rum er jetzt gehoert. Irre oder? Habt ihr schonmal genau unterm Mond gestanden? Bei euch ist er doch immer etwas ueberm Horizont, wie hier die Sonne. Abends ist der Mond dann einmal ueber den Himmel gezogen und hat die Woelbung dann nach unten.

Eli und ich haben schon viel Zeit damit verbracht, hauszutuefteln, wo hier welche Himmelsrichtungen sind und warum man wann Mond und Sonne in welcher Position sieht. Das ist echt sehr interessant und bis jetzt haben wir alle selbst gestellten Fragen mit einer logischen Antwort erschlossen.

Ach ja, Sternenbilder gibt es hier uebrigens auch keines, was man bei uns sieht, den grossen Wagen sucht man also vergeblich. Dafuer haben wir hier (vor allem auf dem Pfadfindercampingplatz) wahnsinnig tolle Sternenhimmel, da ja bei weitem nicht so viel beleuchtet ist, wie bei uns. Auf dem Summer Camp (erstes Oktoberwochenende) wollen wir mal ein paar suedafrikanische Sternenbilder suchen...

Noch ein Satz zur Zeit hier: Viele sind sich ja nicht sicher wegen der Zeitverschiebung... Also momentan habe ich die gleiche Zeit, wie ihr. Verschoben ist sie nur um eine Stunde, wenn ihr eure Uhren umstellt, da wir das hier nicht machen... ;-)


Verkehr verkehrt herum

Ja, ueber den Verkehr und seine Regeln hier gibt es einiges zu sagen... Zunaechst befahren wir die Strassen ja auf der linken Seite und haben das Lenkrad auf der rechten. Das ist den meisten wahrscheinlich bekannt... Aber das ganze Auto ist quasi seitenverkehrt, somit wird auch mit links geschaltet, was sich noch ganz gut koordinieren laesst. Ein Problem stellt vor allem der Blinker dar, so dass das Abbiegen haeufiger mal durch den Scheibenwischer signalisiert wird ;-)
Aber insgesamt macht mir der Linksverkehr keine Probleme, nur wenns mal hektisch wird, neigt man dazu, auf die falsche Fahrbahn abzubiegen...

Sehr klassisch, wie aus den Filmen ist hier der Transport von Meschen (und Waren). So sieht man haeufiger mal Menschen auf der Ladeflaeche oder total ueberfuellte Autos. Kinder und Babys werden einfach auf den Schoss genommen und Anschnaller benutzt hier auch kein Mensch. Somit erleben einige Anschnaller mit uns ihre Premiere und sein teilweise schon "eingerostet" ;-) Wir geben trotzdem unser bestes der guten Erziehung treu zu bleiben, da die Unfaelle hier ja nicht sanfter sind...

An Strassen gibt es hier nicht nur so gute, wie ich es im ersten Bericht beschrieben habe. Eigentlich ist das die einzige ;-) (Wahrscheinlich weil sie von Joburg nach Nelspruit fuehrt, wo ein WM-Stadion steht, so dass sie extra erneuert wurde)
Die meisten Strassen sind schon geteert und voll in Ordnung, aber es kommt hin und wieder mal vor, dass man unerwartet auf erschreckend tiefe und grosste Schlagloecher trifft. Echt irre. Zudem gibt es sogenannte "dust roads" (Staubstrassen), wie die an dem unser Grundstueck liegt. Wir muessen gott sei Dank immer nur ein kleines Stueck ueber diese Strasse fahren, sie bestehen naemlich nicht nur aus dust, sonder auch aus vielen groesseren Steinen und vor allem sind sie nicht glatt, sondern wellenfoermig, was jeden Meter zu einer total Holperpartie macht. Wahnsinn mit welcher Geschwindigkeit einige hier rueberbrettern, waehrend wir unseren Autos (und uns) maximal 30kmh zutrauen. Was man allerdings nie so genau sagen kann, da unsere Tachonadel Schwankungen von bis zu 20km/h unterliegt. (Waehrend die so vor sich hinwackelt muss man halt irgendwie den Mittelpunkt zwischen ihrem Ausschlag finden...)

Zur Verwirrung haben auch schon die Stellung der Ampeln gefuert, so stehen diese meistens hinter der Kreuzung. Man sieht sie so zwar bei Stehen immer gut, allerdings muss man sich schnell angewoehnen, trotzdem vor der Kreuzung stehen zu bleiben und nicht erst vor der Ampel, dann steht man naemlich schon auf der Kreuzung...
Und an Kreuzungen, wo es keine Ampeln und Schilder gibt gilt hier: Wer zuerst stand, darf zuerst weiterfahren.

Spannung bringen die Fahren im dunkel mit sich, da viele Strassen hier nicht beleuchtet sind. Statt dessen gibt es ueberall so Leuchtreflektoren auf den Streifen auf dem Boden. Man orientiert sich also an den 3 leuchtenden Punkten vor einem.

Was mir hier gut gefaellt ist eine Idee, wie die Strassen vierspurig genutzt werden koennen, obwohl sie nur "3spurig" gebaut sind: Es gibt auf den meisten Strassen eine Fahrbahn in beide Richtungen, die durch Striche getrennt sind. Nach aussen sind die Fahrbahnen durch einen gelben Streifen getrennt, neben dem zu beiden Seiten noch eine halbe Spur geteert ist. So faehrt man bei Ueberholmanoevern einfach auf die halbe Spur und der schnellere hat genug Platz, rechts (!) zu ueberholen. Bedankt wird sich dafuer mit dem Warnblinker. Allerdings ist Vorsich geboten, da die schmale Spur auch viel als Fussgaengerweg genutzt wird.

Ich habe noch eine kleine Verkehrsanekdote von Elli: Sie hat gestern einen Affen auf der Strassen sitzen sehen. Sie hat zwar gehupt und geleuchtet, aber der hat sich keinen Meter bewegt, dass sie drum herum fahren musste. Lucky erzeahlte ihr dann, dass die Affen das Essen genau dort verspeisen, wo sie es gefunden haben und sich bis dahin keinen Meter bewegen, komme was wolle... und wenn es ein Auto ist.


Im Haushalt: Brenne Muell, brenn!


Von aussen nach innen: Unser Gelaende ist von einem Zaun umgeben, das wir durch ein Sicherheitstor verlassen koennen. Um sich das staendige Aus- und Einsteigen zu ersparen, hat man allerdings einen "Remote" dabei, mit dem das Tor automatisch auf und zu geht. Sehr praktisch!
Auch unser Haus ist mit Alarmanlagen gesichert. Diese schalten wir bei Verlassen des Hauses und eine andere beim Schlafengehen an. Da fuehlt man sich ja gleich sicherer, oder?!
Einen Uebergang von draussen nach drinnen bietet der Muell. Er wird zwar meistens drinnen produziert, wo er auch gleich gespuelt wird (zumindest alle Dosen, Tetrapacks, Becher etc). Draussen wird er dann in einem grossen Ofen verbrannt, denn Muellabfuhr gibt es hier so wenig wie (OE)PNV.
Das Spuelen hat uebrigens den Sinn, dass alle Essensrest vor allem bei den hohen Temperaturen, die anstehen, schnell gammeln oder Tiere anlocken. Da der Muell aber erst gesammelt wird, bevor er in den Flammen untergeht, lagert er besser sauber.

Was mir noch zu Feuer einfaellt, ist dass die Arbeiter sich zu Mittag ein kleines Feuerchen machen, um sich ihr Mittagessen darauf zuzubereiten. Ich stelle mir das sehr witzig vor, wenn sich in Deutschland auch alle Arbeiter zum Mittag ein kleines Feuer machen wuerden...
Ebenfalls mit Feuer verbinde ich die kleinen Landteile am Strassenrand, die man immer wieder sieht, da sie manchmal auf Grund der Trockenheit einfach brennen oder verkohlt und frisch verbrannt sind. Irre, so 1m an einem Landschaftsbrand vorbei zu fahren!

So, jetzt aber ins Haus. Da hier nur Deutsche wohnen, gibt es nicht so viele Besonderheiten. Spontan ist mir aufgefallen, dass wir einen Gasbackofen haben, was ich noch nie zuvor gesehen hab, dass der Duschhebel reingedrueckt statt rausgezogen wird und dass alle Stromstecker nachts raus muessen, weil es im Sommer oft grosse Gewitter gibt, die sonst viele Elektrogeraete kosten wuerden... Da die Hausangestellte von Dudley, dem Grundstueckbesitzer, auch bei uns putzt, bleibt uns das erspart, was ich sehr angenehm finde. Ebenso das spuelen und Waesche aufhaengen. Danke Dudley!!!!

Solche Hilfen findet man auch viel beim Einkaufen. So werden einem die Parkplaetze gezeigt und die Tueten gepackt. Geld bekommen die Leute dafuer keines, denn sie sind keine Angestellten. Sie machen das 'freiwillig' und leben von dem Trinkgeld, was sie dafuer erhalten.

Zum Essen: Es ist herrlich, sich frische Grapafruit aus dem Garten ins Wasser oder Nuesse ins Essen zu tun und frische Papaya im Johgurt ist auch lecker. Aber bei euch sind ja auch gerade viele leckere Fruechte reif :-)



So, dass sind alle Besonderheiten, die mir momentan so aufgefallen sind. Ach ich habe euch gar nicht erzaehlt, dass wir hier 3 Zahlen ein wenig anders schreiben als in Deutschland. Die eins ist nur ein Strich, die sieben hat keinen Querstrich und sieht damit unserer eins sehr aehnlich und die zwei hat einen so grossen Schnoerkel unten, dass sie oft aussieht, wie unsere sieben... Verwirrung pur, solche Kleinigkeiten koennen einem das Arbeiten ganz schoen kompliziert machen...

Das Wochenende werden wir in Malelane verbringen, wo wir zwei Freiwillige aus Deutschland besuchen. Da der Ort wohl 10min vom Kruegerpark entfernt ist und die Maedels erfahren haben, dass der Park (warum auch immer) Samstag keinen Eintritt kostet, planen wir einen Tagesausflug auf den ich mich schon sehr freue! Ansonsten kostet der Park fuer Personen mit Visum uebrigens auch nur 4Euro...

Ich werde euch naechste Woche berichten und hoffentlich ganz viele Bilder zeigen... Einen lieben Gruss an alle! :-*

Dienstag, 14. September 2010

Montag, 13. September 2010

J'burg und auf den Spuren Mandelas

Ich bin heile aus Joburg (wie hier alle sagen) zurueck und habe ein spannendes Wochenende hinter mir.
Die Crazy Joburg Crew
Aber von vorne:
Freitag Abend wurden wir von Alina (Aupair), Tanja (Praktikantin) und Bob (Suedafrikaner) abgeholt und haben uns auf eine ungewisse Fahrt aufgemacht. Ich wusste bis dahin nicht, wer die 3 sind, wir hatten keine Ahnung, wo wir uebernachten, was wir machen usw...
Leider war unsere Fahrt von einem wahnsinnigen Nebel begleitet, so dass wir statt 3h, 6h unterwegs waren. Kurz vor Joburg wurden wir von Benny und Byron, zwei suedafrikanischen Freunden der Maedels abgeholt und nach einer langen Irrfahrt durch unterschiedlichste Vororte in die ZooLodge, einem Backpacker Hotel gebracht. Nachdem die Fahrt Viertel mit vollkommen verriegelten Grundstuecken und Haeusern (alle Balkone und Fenster sind vergittert!) ein etwas ungutes Gefuehl hervorgerufen hat, gab uns das Hotel einen ganz anderen Eindruck. Fuer 10Euro pro Nacht bekamen wir ein 6-Bettzimmer fuer die Meadels und zudem ein Freiluftgym, einen Garten mit Pool, ein riesen Wohnzimmer, so wie Kueche, allerlei Tiere, Billardraum etc.
Nach einer kurzen Programmplanung fielen wir todmuede ins Bett...

Der Samstag begann schon frueh um 7.30h... wir wollten ja was schaffen. Nach einem Fruehstueck bei Mc Donalds (eine Premiere fuer mich) wollten wir zunaechst die Constitutions Hall aufsuchen, ein modernes Regierungsgebaeude mit Galerie. Unser Navi bot uns 3 Adressen zur eingegebenen Strasse und so versuchten wir eine davon. Leider standen wir nach 30min Fahrt mitten in Pampa, als wir unser Ziel erreichten und da der Zeitplan eng war, musste die Constitution Hall ausfallen... That's Africa ;-)

Das naechste Ziel war das Apartheitmuseum, wo Bob uns gleich einen Fuehrer besorgt hat. Wir haben zunaechst die Geschichte Nelson Mandelas verfolgt und dann durch unterschiedliche Darstellungen die Geschichte der Apartheit erfahren. Es war sehr interessant und ich wuerde das Museum jedem sofort empfehlen. Elli und ich haben uns im Anschluss die Autobiographie Mandelas gekauft, die meine aktuelle Lektuere darstellt.
Interessant war auch das Verlassen des ueberwachten Parkplatzes. An der Schranke mussten wir den Wagen einmal ausmachen und neu starten, um zeigen, dass wir den passenden Schluessel haben, und nicht durch Kurzschliessen gestartet sind.

Apartheitmuseum
Mittagessen gab es bei ChickenLicken (wie KFC) um uns, einzig von Fastfood gestaerkt, Soweto und das Mandela-Haus dort anzugucken. Soweto ist eines der groessten Townships in Joburg, in dem 2Mio. Menschen leben. Wir waren sehr gespannt, da wir zuvor unterschiedlichste Eindruecke bekommen haben. Der Reisefuehrer empfehlt es als Touristenziel, waehrend uns Bob seine kriminellen Erfahrungen schilderte, die uns viel Respekt vor dem Viertel der sehr armen Bevoelkerung bereiteten. Da wir nur zwei Strassen gesehen haben, die aeusserst touristisch gepraegt waren, auf Grund des Mandela-Hauses, wo er mit seiner Familie eine Zeit lang wohnte, kam es uns nun eher harmlos und ueberhaupt nicht heruntergekommen vor. Was uns allerdings beeindruckt hat, waren ein paar kleine Kinder, die auf uns zugerannt kamen und uns in den Arm nahmen. Wir waren sehr entzueckt, bis die Kinder im naechsten Augenblick mit "Give money" alle Sympathie verspielt hatten. Weitere Kinder haben fuer uns gesungen, um Geld zu bekommen und einen Jungen haben wir fuers Aufpassen aufs Auto bezahlt.

Im Anschluss waren wir Einkaufen und haben im Backpacker zu Abend gegessen. Den Rest des Abends verbrachten wir in einer Disco, in der wir uns die schlechte Musik durch ausgelassenes Abspacken spassig tanzten.

Da ich seit meiner Ankunft 90% meiner Zeit in Autos und auf Buerosteuhlen, also sitzend verbracht habe, hab ich Sonntag morgen das Laufband direkt genutzt und mir eine kleine Bewegungseinheit gegoennt. Ich habe gemerkt, dass Bewegung hier ein absolutes Luxusgut ist, da Joggen zu gefaehrlich ist. Fahrrad fahren und laufen wird ebenfalls aus Entfernungs- und Sicherheitsgruenden ins Auto verlegt.
Nach dem Fruehstueck (ohne Fastfood!) wollten wir einen Gottesdienst besuchen (die hier ziehmlich cool sein sollen), in einer Kirche, wo Freunde von Elli arbeiten. Leider spielte uns das Navi den gleichen Streich wie am Vortag und als wir endlich am "Ziel" waren gab es dort definitiv keine Kirche. Also versuchten wir es mal nach Karte, was durchaus erfolgreicher war. Wir erreichten somit das beschriebene Ziel ca. 2 Stunden spaeter, haben die Kirch allerdings trotzdem nicht finden koennen. Also machten wir uns mal wieder zu unserem naechsten Ziel, dem African Craft Market (ein afrikanischer Kunst- und Warenmarkt) auf. Immerhin haben wir auf unserer Fahrt weitere Eindruecke von Johannesburg sammeln koennen und festgestellt, dass es sehr weitlaufig ist (immerhin leben hier 6Mio Menschen) und ganz unterschiedliche Gegenden hat. Somit habe ich auch die ersten richtigen Slums gesehen.
Der Markt war ebenfalls sehr touristisch, es wurden vor allem Souveniers verkauft, die relativ deutsche Preise hatten. Allerdings bekamen Elli und ich einen kleinen Trommelkurs, wobei Elli sich als echtes Talent herausstellte. Fuer mich war es mal wieder eine kleine Herausforderung in Sachen Rythmusgefuehl, der ich mich mit aeusserster Konzentration hingegeben habe.
Im Casino
Die weiteren Erfahrungen auf dem Markt waren von kulinarischer Art. Zum Essen habe ich das traditionelle Essen Pap mit Sosse und Chicken probiert und es schmeckt tatsaechlich, wie es sich anhoert. Stellt euch etwas klebrigen puerierten Reis vor. Aussderm macht es Pap-satt ;-)
Zur Abwechslung haben wir uns dann noch einen frisch gemixten Fruchtsaft gegoennt und ich kam in den Genuss Biltong (sehr bekanntes und beliebtes Trockenfleisch) zu probieren. Ihr wuerdet es lieben!
Auf dem Rueckweg kamen wir noch an einer sehr bunten und ausgeschmueckten Casinowelt vorbei, bevor wir den Rueckweg angetreten sind, der diesmal problemlos und schnell zurueckgelegt war. Als wir dann vor unserem Bett standen dachte ich:"Schoen, zu Hause zu sein." Ein gutes Gefuehl!

Es war ein sehr schoenes und witziges Wochenende und wir planen einen weiteren Trip mit Bob nach Pretoria. Ich bin echt beeindruckt, wie viel man hier mit dem Auto zuruecklegt (ALLES!) und weiss nicht, wie wir uns ohne in Joburg bewegt haetten, da wir keine oeffentlichen Verkehrsmittel gesehen haben und die Taxen nicht als sonderlich sicher eingestuft werden. (Manche legen sogar den Weg auf unserem Grundstueck, das einen Umfang von max. 3 Gehminuten hat, mit dem Auto zurueck) Teilweise habe ich mich sehr unsicher gefuehlt, weil es uns noch sehr schwer faellt, die Absichten der Menschen und die Sicherheit der Gebiete einzuschaetzen. Es gab kein freistehendes Haus, alles war von Mauern und Zaeunen umgeben und vergittert.... oder ein Slum. Somit bin ich sehr froh, hier im Cottage und nicht in der Stadt zu wohnen. Die Beleitung der maennlichen Suedafrikaner war auch aus Sicherheitsaspekten zu geniessen. Aber auch aus sprachlicher Sicht, denn mein Englisch scheint an dem Wochenende ein wenig aufgetaut zu sein. Die Scheu, diese Sprache zu benutzen ist abgefallen und eine grosse Offenheit ihr gegenueber aufgetaucht.

Zum Klima veroeffentliche ich hier lieber nichts, da der Grossteil der Leser ja in Deutschland ist, wenn ihr euch quaelen wollt, schaut euch die Wetterkarte selber an ;-)
In echt ist das sooo schoen
Was ich allerdings noch sehr interessant finde ist, dass die Sonne hier bereits vor 18h untergeht. Viel Sonne haben wir nach Arbeitsschluss also nicht und muede wird man dadurch auch recht bald. Daher und auf Grund des hohen Sitzgehaltes haben Elli und ich uns ueberlegt, eine Sporteinheit (wir koennen wohl auf dem Gelaende der Kricketspieler joggen) vor die Arbeit zu legen. Morgen soll die Premiere sein, ich bin gespannt.
Aber nicht nur die Sonne hat hier einen anderen Rythmus, auch der Mond scheint irgendwie schief zu stehen, er sieht zur Zeit naemlich wie ein lachender Mund aus...

Elli und ich haben nun jedes Wochenende bis Ende Oktober verplant, wir werden also noch viel erleben und ihr koennt euch auf weitere Berichte freuen. Das naechste Wochenende sind wir bei zwei anderen Freiwilligen ca. 45min von hier entfernt eingeladen. Ich bin gespannt...

Im Backpacker...
Im Arpartheitmuseum... 
Auf den Spuren Mandelas
Ein Vorort von Joburg
Unsere ultimative Zwillingsbanane

Freitag, 10. September 2010

Weitere Erkundungen ergaenzt

Zunaechst waren wir zu acht essen und ich habe direkt eine Nationalspeise namens Bobotie ausprobiert. Der Reisefuehrer definiert es als "ein Auflauf aus Lammhackfleisch, das stark mit Curry gewuerzt ist, und Aprikosen, Marmelade, Rosinen und Mandeln. Darueber kommt eine Sosse aus Eigelb und Milch". Meine Definition waere folgende:"Eine Hackfleischbrotmasse mit Rosinen und Eigelb-Milch-Masse ueberbacken. Dazu Bananen, gelber Reis und Ziebelsalat mit Tomaten". Joa, war ok sag ich mal ;-)
Der restliche Abend im Kino war sehr nett, ich habe zwar kein Wort verstanden, aber Disneyfilme sind ja selbsterklaerend... (Wir haben Duell der Magier gesehen). Ich habe festgestellt, dass bei Rolltreppen auch Linksverkehr herrscht und die Malls mindestens so modern sind, wie die unseren.

Gestern traute sich dann endlich mal die afrikanische Sonne raus, um mich zu begruessen. Daher haben wir am Vormittag mal das Gelaende angeschaut und dabei direkt die Nachbarn kennengelern, ein aelteres deutsches Paar. Die beiden haben 6 ganz verschiedene Hunde und haben uns mit einer kleinen Botanikfuehrung begleitet. So haben wir auf unserem Gelaende Bananen, Mangos und Litchis, die gerade bluehen und im Dezember reif sind, so wie Zitronen und Grapefruits, Feigen, Macadamianuesse und Edelwalnuesse, die schon reif sind gefunden...
Elli und ich haben uns vorgenommen Haferflocken mit eigenen Nuessen und Bananen zu machen :-)
Des weiteren habe ich ueber unser Cottage gelernt, dass wir eine Haushaelterin und zum Filme schauen einen Beamer haben, woran man sich doch gewoehnen koennte.

Unter dem Baum hat es ganz schoen laut gesummt...
Nachdem Lena und Lara heute Mittag abgefahren sind, hatte ich im Laufe des Tages ein langes Gespraech mit Nikki und wir haben uns mal richtig vorgestellt und ich habe eine ausfuehrliche Einfuehrung ueber alles bekommen. Das war sehr hilfreich und Nikki ist sehr nett.

Trotzdem fuehle ich mich noch etwas fremd und orientiere mich viel an Elli. Ich muss erstmal schauen, was man wie macht und darf, was sich gehoert und was unhoeflich ist und so bin ich noch etwas unbeholfen in vielen Dingen, aber ich bin sicher, dass sich das bald legt. Auch auf die Entwicklung meines Englisch bin ich gespannt. Zur Zeit wird ja viel Deutsch gesprochen und ich hoffe immer, das richtige zu tun, wenn Nikki mir einen Auftrag gibt.

Heute Abend fahren wir mit 3 anderen Freiwilligen nach Johannesburg, ich bin mal gespannt... Einen lieben Gruss an alle!

Mittwoch, 8. September 2010

Endlich in AFRIKA

Ganze 25Std. war ich unterwegs, 2 Flüge, 1 Busfahrt und fünf Stunden in Dubai. Ich hatte viel Glück mit sehr netten Sitznachbarinnen in meinem Alter, die sogar beide deutschsprachig waren und auch sonst lief alles glatt. Der Weg nach Nelspruit von Johannesburg war leider sehr dunkel, daher konnte ich noch nicht viel von der Landschaft sehen, aber der Bus und die Straßen waren extrem modern. Als der City Bug mich dann in Nelspruit rausgelassen hat, wurde ich von einem 7 köpfigen Komitee an Freiwilligen aus der Umgebung empfangen. Glücksgefühle und Erleichterung kamen über mich. Wahnsinn – ich bin in AFRIKA! Wir sind dann in unserem alten Pfadfinder VW Bus ins Cottage gefahren und ich habe direkt erfahren, dass sich alle Freiwilligen aus der Umgebung fast täglich bei uns treffen oder am Wochenende bei uns wohnen und man fast immer ein volles geselliges Haus hat. Lena und Lara waren jetzt für 7 Wochen hier und fahren morgen wieder ab, Elli ist seit Ende Juli hier und bleibt ein Jahr und die anderen waren zu Besuch.

Dann ging es endlich in Cottage. Das Haus ist auf einer Etage und recht geräumig und gemütlich. Der Pfadfinderaltar mit Bildern, Aufnähern, Andenken und Tüchern deutscher und südafrikanischer Gruppen fällt sofort auf. Mein Zimmer teile ich mir mit Elli und es gibt noch ein zweites Zimmer mit zwei Betten, zwei Bäder mit unbegrenzten warmen Wasser, eine Küche, einen Wohnzimmerflur, und zwei Büroräume für uns und für Nikki, meiner Vorgesetzten. Zudem einen Garten und eine Terrasse mit Grill. Nach der Ankunft, einer ersten Führung und einer langen Dusche haben wir noch nett zusammengesessen und gequatscht und mein erstes Essen in Südafrika war Nudelsalat. Dann habe ich sehr gut und tief geschlafen.
Heute ist der erste verregnete und bedeckte Tag seit sechs Wochen und mit zwei Pullis ist es wie in Deutschland. Überhaupt ist hier überraschend viel wie bei uns. Autos, Straßen, Wetter, Supermärkte und Tankstellen... die ersten großen Unterschiede sind die Flora und der Linksverkehr.  Heute waren wir erstmal einkaufen und ich habe White River gesehen, der nächste Ort hier. Es war wie bei Rewe, man bekommt wirklich alles, sogar die meisten Marken kommen einem bekannt vor, manches ist sehr günstig, Gurke aus England und Weintrauben aus Spanien sind teuer ;-)
Ansonsten richte ich mich heute erstmal ein und erledige kleine Jobs für Nikki. Mein Projekt wird sich wohl mit der Jahresaktion 2011 zum Thema „Prima Klima“ beschäftigen und rund um den Klimawandel gehen.
Heute Abend, wie es mittwochs Tradition ist, gehen wir Essen, denn es gibt heute zwei Gerichte für den Preis von einem und im Anschluss ins Kino für 1,80€.
Ich werde bald ein paar Fotos schießen (wenn die Sonne wieder scheint) und hochladen, um meine Erzählungen mit Bildern zu untermalen.
Einen lieben Gruß von der anderen Seite des Äquators :-)