Afrika

Afrika

Herzlichen Willkommen auf meinem Blogg :-)

Herzlich Willkommen auf meinem Blog
Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

Montag, 13. September 2010

J'burg und auf den Spuren Mandelas

Ich bin heile aus Joburg (wie hier alle sagen) zurueck und habe ein spannendes Wochenende hinter mir.
Die Crazy Joburg Crew
Aber von vorne:
Freitag Abend wurden wir von Alina (Aupair), Tanja (Praktikantin) und Bob (Suedafrikaner) abgeholt und haben uns auf eine ungewisse Fahrt aufgemacht. Ich wusste bis dahin nicht, wer die 3 sind, wir hatten keine Ahnung, wo wir uebernachten, was wir machen usw...
Leider war unsere Fahrt von einem wahnsinnigen Nebel begleitet, so dass wir statt 3h, 6h unterwegs waren. Kurz vor Joburg wurden wir von Benny und Byron, zwei suedafrikanischen Freunden der Maedels abgeholt und nach einer langen Irrfahrt durch unterschiedlichste Vororte in die ZooLodge, einem Backpacker Hotel gebracht. Nachdem die Fahrt Viertel mit vollkommen verriegelten Grundstuecken und Haeusern (alle Balkone und Fenster sind vergittert!) ein etwas ungutes Gefuehl hervorgerufen hat, gab uns das Hotel einen ganz anderen Eindruck. Fuer 10Euro pro Nacht bekamen wir ein 6-Bettzimmer fuer die Meadels und zudem ein Freiluftgym, einen Garten mit Pool, ein riesen Wohnzimmer, so wie Kueche, allerlei Tiere, Billardraum etc.
Nach einer kurzen Programmplanung fielen wir todmuede ins Bett...

Der Samstag begann schon frueh um 7.30h... wir wollten ja was schaffen. Nach einem Fruehstueck bei Mc Donalds (eine Premiere fuer mich) wollten wir zunaechst die Constitutions Hall aufsuchen, ein modernes Regierungsgebaeude mit Galerie. Unser Navi bot uns 3 Adressen zur eingegebenen Strasse und so versuchten wir eine davon. Leider standen wir nach 30min Fahrt mitten in Pampa, als wir unser Ziel erreichten und da der Zeitplan eng war, musste die Constitution Hall ausfallen... That's Africa ;-)

Das naechste Ziel war das Apartheitmuseum, wo Bob uns gleich einen Fuehrer besorgt hat. Wir haben zunaechst die Geschichte Nelson Mandelas verfolgt und dann durch unterschiedliche Darstellungen die Geschichte der Apartheit erfahren. Es war sehr interessant und ich wuerde das Museum jedem sofort empfehlen. Elli und ich haben uns im Anschluss die Autobiographie Mandelas gekauft, die meine aktuelle Lektuere darstellt.
Interessant war auch das Verlassen des ueberwachten Parkplatzes. An der Schranke mussten wir den Wagen einmal ausmachen und neu starten, um zeigen, dass wir den passenden Schluessel haben, und nicht durch Kurzschliessen gestartet sind.

Apartheitmuseum
Mittagessen gab es bei ChickenLicken (wie KFC) um uns, einzig von Fastfood gestaerkt, Soweto und das Mandela-Haus dort anzugucken. Soweto ist eines der groessten Townships in Joburg, in dem 2Mio. Menschen leben. Wir waren sehr gespannt, da wir zuvor unterschiedlichste Eindruecke bekommen haben. Der Reisefuehrer empfehlt es als Touristenziel, waehrend uns Bob seine kriminellen Erfahrungen schilderte, die uns viel Respekt vor dem Viertel der sehr armen Bevoelkerung bereiteten. Da wir nur zwei Strassen gesehen haben, die aeusserst touristisch gepraegt waren, auf Grund des Mandela-Hauses, wo er mit seiner Familie eine Zeit lang wohnte, kam es uns nun eher harmlos und ueberhaupt nicht heruntergekommen vor. Was uns allerdings beeindruckt hat, waren ein paar kleine Kinder, die auf uns zugerannt kamen und uns in den Arm nahmen. Wir waren sehr entzueckt, bis die Kinder im naechsten Augenblick mit "Give money" alle Sympathie verspielt hatten. Weitere Kinder haben fuer uns gesungen, um Geld zu bekommen und einen Jungen haben wir fuers Aufpassen aufs Auto bezahlt.

Im Anschluss waren wir Einkaufen und haben im Backpacker zu Abend gegessen. Den Rest des Abends verbrachten wir in einer Disco, in der wir uns die schlechte Musik durch ausgelassenes Abspacken spassig tanzten.

Da ich seit meiner Ankunft 90% meiner Zeit in Autos und auf Buerosteuhlen, also sitzend verbracht habe, hab ich Sonntag morgen das Laufband direkt genutzt und mir eine kleine Bewegungseinheit gegoennt. Ich habe gemerkt, dass Bewegung hier ein absolutes Luxusgut ist, da Joggen zu gefaehrlich ist. Fahrrad fahren und laufen wird ebenfalls aus Entfernungs- und Sicherheitsgruenden ins Auto verlegt.
Nach dem Fruehstueck (ohne Fastfood!) wollten wir einen Gottesdienst besuchen (die hier ziehmlich cool sein sollen), in einer Kirche, wo Freunde von Elli arbeiten. Leider spielte uns das Navi den gleichen Streich wie am Vortag und als wir endlich am "Ziel" waren gab es dort definitiv keine Kirche. Also versuchten wir es mal nach Karte, was durchaus erfolgreicher war. Wir erreichten somit das beschriebene Ziel ca. 2 Stunden spaeter, haben die Kirch allerdings trotzdem nicht finden koennen. Also machten wir uns mal wieder zu unserem naechsten Ziel, dem African Craft Market (ein afrikanischer Kunst- und Warenmarkt) auf. Immerhin haben wir auf unserer Fahrt weitere Eindruecke von Johannesburg sammeln koennen und festgestellt, dass es sehr weitlaufig ist (immerhin leben hier 6Mio Menschen) und ganz unterschiedliche Gegenden hat. Somit habe ich auch die ersten richtigen Slums gesehen.
Der Markt war ebenfalls sehr touristisch, es wurden vor allem Souveniers verkauft, die relativ deutsche Preise hatten. Allerdings bekamen Elli und ich einen kleinen Trommelkurs, wobei Elli sich als echtes Talent herausstellte. Fuer mich war es mal wieder eine kleine Herausforderung in Sachen Rythmusgefuehl, der ich mich mit aeusserster Konzentration hingegeben habe.
Im Casino
Die weiteren Erfahrungen auf dem Markt waren von kulinarischer Art. Zum Essen habe ich das traditionelle Essen Pap mit Sosse und Chicken probiert und es schmeckt tatsaechlich, wie es sich anhoert. Stellt euch etwas klebrigen puerierten Reis vor. Aussderm macht es Pap-satt ;-)
Zur Abwechslung haben wir uns dann noch einen frisch gemixten Fruchtsaft gegoennt und ich kam in den Genuss Biltong (sehr bekanntes und beliebtes Trockenfleisch) zu probieren. Ihr wuerdet es lieben!
Auf dem Rueckweg kamen wir noch an einer sehr bunten und ausgeschmueckten Casinowelt vorbei, bevor wir den Rueckweg angetreten sind, der diesmal problemlos und schnell zurueckgelegt war. Als wir dann vor unserem Bett standen dachte ich:"Schoen, zu Hause zu sein." Ein gutes Gefuehl!

Es war ein sehr schoenes und witziges Wochenende und wir planen einen weiteren Trip mit Bob nach Pretoria. Ich bin echt beeindruckt, wie viel man hier mit dem Auto zuruecklegt (ALLES!) und weiss nicht, wie wir uns ohne in Joburg bewegt haetten, da wir keine oeffentlichen Verkehrsmittel gesehen haben und die Taxen nicht als sonderlich sicher eingestuft werden. (Manche legen sogar den Weg auf unserem Grundstueck, das einen Umfang von max. 3 Gehminuten hat, mit dem Auto zurueck) Teilweise habe ich mich sehr unsicher gefuehlt, weil es uns noch sehr schwer faellt, die Absichten der Menschen und die Sicherheit der Gebiete einzuschaetzen. Es gab kein freistehendes Haus, alles war von Mauern und Zaeunen umgeben und vergittert.... oder ein Slum. Somit bin ich sehr froh, hier im Cottage und nicht in der Stadt zu wohnen. Die Beleitung der maennlichen Suedafrikaner war auch aus Sicherheitsaspekten zu geniessen. Aber auch aus sprachlicher Sicht, denn mein Englisch scheint an dem Wochenende ein wenig aufgetaut zu sein. Die Scheu, diese Sprache zu benutzen ist abgefallen und eine grosse Offenheit ihr gegenueber aufgetaucht.

Zum Klima veroeffentliche ich hier lieber nichts, da der Grossteil der Leser ja in Deutschland ist, wenn ihr euch quaelen wollt, schaut euch die Wetterkarte selber an ;-)
In echt ist das sooo schoen
Was ich allerdings noch sehr interessant finde ist, dass die Sonne hier bereits vor 18h untergeht. Viel Sonne haben wir nach Arbeitsschluss also nicht und muede wird man dadurch auch recht bald. Daher und auf Grund des hohen Sitzgehaltes haben Elli und ich uns ueberlegt, eine Sporteinheit (wir koennen wohl auf dem Gelaende der Kricketspieler joggen) vor die Arbeit zu legen. Morgen soll die Premiere sein, ich bin gespannt.
Aber nicht nur die Sonne hat hier einen anderen Rythmus, auch der Mond scheint irgendwie schief zu stehen, er sieht zur Zeit naemlich wie ein lachender Mund aus...

Elli und ich haben nun jedes Wochenende bis Ende Oktober verplant, wir werden also noch viel erleben und ihr koennt euch auf weitere Berichte freuen. Das naechste Wochenende sind wir bei zwei anderen Freiwilligen ca. 45min von hier entfernt eingeladen. Ich bin gespannt...

Im Backpacker...
Im Arpartheitmuseum... 
Auf den Spuren Mandelas
Ein Vorort von Joburg
Unsere ultimative Zwillingsbanane

4 Kommentare:

  1. Hey Steffi, geile Berichte , macht Spaß zu lesen:) schön, dass es dir gut geht . Kuss Christian

    AntwortenLöschen
  2. auf was fuer nen film hast du lust? ;-) deine liebe mitbewohnerin :P

    AntwortenLöschen
  3. Hejho die Steffi,

    irgendwie ist mein Blog noch nicht so toll wie deiner. Super interessant darin zu lesen und so..

    Warst du jetzt schon im Krueger?

    Muss ma weiter arbeiten, there are a lot of things to do, so see you next time here.

    Gruesse aus Kapstadt,
    ich

    AntwortenLöschen
  4. Hi Du Ei!

    Schön von dir zu lesen.
    So weiss man dass es dir gut geht und du ganz viele tolle Sachen erlebst!
    Freue mich sehr für dich!!!

    Hab noch ganz viel Spaß und wir hören uns.
    Hab dich lieb :*
    Sarah

    AntwortenLöschen