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Dienstag, 7. Dezember 2010

Monatsbericht: November

Um meinen Pflichten als weltaerts-Freiwilliger nachzukommen, habe ich mal wieder einen Monatsbericht verfasst... Hier meine Ausgabe fuer November:


Land und Leute
In diesem Monat waren wir viel unterwegs, konnten zusammen mit Dudley Durban unsicher machen und haben im Anschluss an die Sage Net Konferenz in Kapstadt auch diese unter die Lupe genommen. Mich hat sehr beeindruckt, wie vielseitig die Flora in diesem Land ist. Man kommt staendig in neue Klimazonen und mir kommt jetzt der Vergleich von der Strecke Johannesburg – Kapstadt mit Dortmund – Mallorca noch sinnvoller vor, weil nicht nur die Ferne, sondern auch die Umgebung sich so voellig aendert. Beides mal hatten wir das Vergnuegen, am Meer zu sein, einmal am Indischen und am Atlantik. Mich hat beeindruckt, dass hier in Mpumalanga die tropischen Fruechte, wie Bananen, Mangos, Litschis, Avocados, Zitronen und Grapefruits wachsen, waehrend wir importierte Trauben aus Spanien kaufen muessen. In Kapstadt gibt es vor allem Trauben und Aepfel, die wir hier nur im Supermarkt finden. In Durban haben wir die grossen Gewuerz- und Gewuselmaerkte fuer uns entdeckt, so wie das tolle Meer, in dem wir sogar Delfine gesehen haben. Kapstadt hat eine einzigartige Kulisse zu bieten mit dem Tafelberg und dem Lion’s Head zur einen, dem Meer zur anderen Seite. Ausserdem hat das Flair der Stadt einen sehr europaeischen Touch und man merkt erst wie “afrikanisch” wir leben, wenn man sieht, dass ein normaler Stadtpark, ein Strassencafe oder eine Einkaufsstrasse was besonderes sind.
Mir gefaellt echt gut, dass man hier so viel neues entdecken kann und die Landschaft einfach immer atemberaubend ist, egal, wo man hinkommt. Auch mit den Menschen haben wir sehr gut Erfahrungen gemacht und diesen Monat mal mehr mit unseren Arbeitskollegen und den Rovern oder den Milfords unternommen. Trotzdem ist es schade, dass es ueberall Tabuzonen gibt, die als zu gefaehrlich gelten, dass man hier nicht hin darf, und dort nicht mitfahren darf. Dass man sich staendig an seine Handtasche klammert und alle 2 Minuten kontrolliert, ob die Kamera noch da ist. Dass man mit Einbruch der Dunkelheit einen “sicheren” Ort aufsuchen muss und von Natur aus den Menschen etwas misstrauisch gegenueber sein sollte. Obwohl ich mich nicht als Gefangener fuehle und auch nicht unsicher, ist man einfach nicht so frei in seiner Wahl wo, mit wem und wann man was macht.

Die Arbeit
Da mich die Arbeit am Computer nicht ausfuellt, mir der Kontakt zu Menschen fehlt und ich gewillt bin mehr zu tun, habe ich es diesen Monat in die Hand genommen mich um eine Alternative zum Office zu kuemmern. Fuer mich lag der Kontakt zu Schulen nahe, da ich gerne von Kindern umgeben bin, selbst Lehramt studiere und wir gute Kontakte durch die Scouts haben. Mit Nikki und Lucy habe ich alles geklaert und somit kann ich im naechsten Jahr halbtags oder ein paar Mal pro Woche in die Schule gehen. Darauf freue ich mich sehr und die Zusammenarbeit mit den Kindern wird auch die Motivation der Officearbeit wieder steigern! Ansonsten hatten wir diesen Monat das AGM, die gernelle Jahresversammlung der Provinz, die wir mit fleissigen Kopiererhaenden vorbereitet haben. Desweiteren geht es so langsam los, das Office “sommerfest” zu machen… Letzte Weihnachtsdankeschoenbriefe und Geschenke zu verteilen und alles fuer die VCP-Gruppe zu bereiten, die an Weihnachten kommt.

Pfadfinder
Das Pfadfinden hier ist doch immer wieder so aehnlich wie bei uns in Deutschland. Anmeldungen kommen viel zu spaet an, Lager finden spontan noch statt oder auch nicht…
Aber ich habe auch festgestellt, dass die finanzielle Seite einen grossen Unterschied darstellt. Nicht jede Arbeit ist hier ehrenamtlich, um den Menschen eine Motivation aber auch eine Chance durch die Arbeit zu geben. Das ist zum Teil aehnlich bei uns. Zudem sind so viele Lager, Gruppen, Projekte und Fortbildungen von Geldern abhaengig, die nicht ganz alleine beschafft werden koennen. In dem Buero, wo ich arbeite wird sehr viel zum Thema Fundraising gemacht und das Office nimmt sehr engagiert jede Foerdermoeglichkeit wahr. Aber es gibt dennoch eine grosse Abhaengigkeit zu Fundern und zur deutschen Partnerseite.
Andererseits bedeuten die Scouts hier einfach viel mehr als bei uns. Es werden einfache sinnvolle Lifeskills gelehrt, wie das Anlegen eines Gemuesegartens, die nach Hause gebracht werden koennen, um es der Familie weiterzugeben. Aber es werden auch einzelne Personen unterstuetzt, um ihnen die Moeglichkeit zu geben, zu studieren und einen “guten Weg” einzuschlagen.

Ich selbst
Mir geht es insgesamt sehr gut, vor allem weil wir diesen Monat wirklich viel erlebt haben, im naechsten Weihnachten und unser Urlaub vor der Tuer stehen und im naechsten Jahr die Aussicht auf Einsatz in der Schule.
Am meisten Spass habe ich immer noch in meiner Freizeit, vor allem wenn ich unter Leute komme. Wir haben diesen Monat das Pool spielen fuer uns entdeckt.
Ich hab bis jetzt das Gefuehl, mich nicht sonderlich veraendert zu haben. Ich geniesse die Zeit zu haben, mich hinzusetzen um zu lesen, was leckeres zu kochen oder mich zu sonnen. Dinge, zu denen man in der Heimat einfach viel zu selten kommt.
Zudem beginnt man ein Bewusstsein fuer einige Dinge zu entwickeln, soweit sie einen Unterschied zwischen Deutschland und Suedafrika darstellen. Ich bewundere sehr unser funktionierendes Sozialsystem, die Post, Muellabfuhr oder Krankenversicherung, was es hier alles nicht gibt oder nicht Pflicht ist. Der bekannte Spruch “Deutschland ist schoen. Aber um das zu sehen, muss man einmal weg gewesen sein.” wird auch auf mich zutreffen. Oder zumindest auf unsere ganzen Systeme…

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