Afrika

Afrika

Herzlichen Willkommen auf meinem Blogg :-)

Herzlich Willkommen auf meinem Blog
Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

Freitag, 17. September 2010

Besonderheiten im Alltag

Momentan mache ich fuer euch eine Liste mit "Besonderheiten des Alltags", damit ihr mehr ueber die ungewoehnlichen Seiten des Lebens hier erfahrt. Ich hoffe, die Liste staendig aktualisieren zu koennen...

Sonne. Mond und Sterne
Alles drei laeuft hier etwas anderes als bei euch. Zunaechst die Sonne. Der beliebte Merkspruch aus der Grundschule bekommt hier einen kleinen Dreher. Es muss heissen: Im Osten geht die Sonne auf, im Norden haelt sie Mittagslauf, im Westen wird sie untergehen, im Sueden ist sie nie zu sehen. Wenn man daran denkt, dass ich suedlich des Aequators bin, eigentlich ganz logisch, oder!? Was mir aber noch aufgefallen ist, ist dass die Sonne eigentlich nicht ueber unseren Kopf hinweg zieht, sondern eher immer etwas ueberm Horozont ist, so dass es immer Schatten gibt.
Anders verhaelt es sich mit dem Mond. Dieser ist bereits ab 11h morgens am Himmel zu sehen, allerdings "falsch herum" und zwar aus suedafrikanischer Sicht. Wo er bei uns nach rechts und links geoeffnet ist, ist er das hier nach oben und unten. Zur Zeit zeigt die Woelbung nachts nach unten, vormittags aber nach oben. Der Mond zieht dann den Tag ueber ueber unsere Koepfe hinweg. Das heisst zu einer bestimmten Stunde am Tag steht er genau ueber einem und man kann nicht sicher sagen, wie rum er jetzt gehoert. Irre oder? Habt ihr schonmal genau unterm Mond gestanden? Bei euch ist er doch immer etwas ueberm Horizont, wie hier die Sonne. Abends ist der Mond dann einmal ueber den Himmel gezogen und hat die Woelbung dann nach unten.

Eli und ich haben schon viel Zeit damit verbracht, hauszutuefteln, wo hier welche Himmelsrichtungen sind und warum man wann Mond und Sonne in welcher Position sieht. Das ist echt sehr interessant und bis jetzt haben wir alle selbst gestellten Fragen mit einer logischen Antwort erschlossen.

Ach ja, Sternenbilder gibt es hier uebrigens auch keines, was man bei uns sieht, den grossen Wagen sucht man also vergeblich. Dafuer haben wir hier (vor allem auf dem Pfadfindercampingplatz) wahnsinnig tolle Sternenhimmel, da ja bei weitem nicht so viel beleuchtet ist, wie bei uns. Auf dem Summer Camp (erstes Oktoberwochenende) wollen wir mal ein paar suedafrikanische Sternenbilder suchen...

Noch ein Satz zur Zeit hier: Viele sind sich ja nicht sicher wegen der Zeitverschiebung... Also momentan habe ich die gleiche Zeit, wie ihr. Verschoben ist sie nur um eine Stunde, wenn ihr eure Uhren umstellt, da wir das hier nicht machen... ;-)


Verkehr verkehrt herum

Ja, ueber den Verkehr und seine Regeln hier gibt es einiges zu sagen... Zunaechst befahren wir die Strassen ja auf der linken Seite und haben das Lenkrad auf der rechten. Das ist den meisten wahrscheinlich bekannt... Aber das ganze Auto ist quasi seitenverkehrt, somit wird auch mit links geschaltet, was sich noch ganz gut koordinieren laesst. Ein Problem stellt vor allem der Blinker dar, so dass das Abbiegen haeufiger mal durch den Scheibenwischer signalisiert wird ;-)
Aber insgesamt macht mir der Linksverkehr keine Probleme, nur wenns mal hektisch wird, neigt man dazu, auf die falsche Fahrbahn abzubiegen...

Sehr klassisch, wie aus den Filmen ist hier der Transport von Meschen (und Waren). So sieht man haeufiger mal Menschen auf der Ladeflaeche oder total ueberfuellte Autos. Kinder und Babys werden einfach auf den Schoss genommen und Anschnaller benutzt hier auch kein Mensch. Somit erleben einige Anschnaller mit uns ihre Premiere und sein teilweise schon "eingerostet" ;-) Wir geben trotzdem unser bestes der guten Erziehung treu zu bleiben, da die Unfaelle hier ja nicht sanfter sind...

An Strassen gibt es hier nicht nur so gute, wie ich es im ersten Bericht beschrieben habe. Eigentlich ist das die einzige ;-) (Wahrscheinlich weil sie von Joburg nach Nelspruit fuehrt, wo ein WM-Stadion steht, so dass sie extra erneuert wurde)
Die meisten Strassen sind schon geteert und voll in Ordnung, aber es kommt hin und wieder mal vor, dass man unerwartet auf erschreckend tiefe und grosste Schlagloecher trifft. Echt irre. Zudem gibt es sogenannte "dust roads" (Staubstrassen), wie die an dem unser Grundstueck liegt. Wir muessen gott sei Dank immer nur ein kleines Stueck ueber diese Strasse fahren, sie bestehen naemlich nicht nur aus dust, sonder auch aus vielen groesseren Steinen und vor allem sind sie nicht glatt, sondern wellenfoermig, was jeden Meter zu einer total Holperpartie macht. Wahnsinn mit welcher Geschwindigkeit einige hier rueberbrettern, waehrend wir unseren Autos (und uns) maximal 30kmh zutrauen. Was man allerdings nie so genau sagen kann, da unsere Tachonadel Schwankungen von bis zu 20km/h unterliegt. (Waehrend die so vor sich hinwackelt muss man halt irgendwie den Mittelpunkt zwischen ihrem Ausschlag finden...)

Zur Verwirrung haben auch schon die Stellung der Ampeln gefuert, so stehen diese meistens hinter der Kreuzung. Man sieht sie so zwar bei Stehen immer gut, allerdings muss man sich schnell angewoehnen, trotzdem vor der Kreuzung stehen zu bleiben und nicht erst vor der Ampel, dann steht man naemlich schon auf der Kreuzung...
Und an Kreuzungen, wo es keine Ampeln und Schilder gibt gilt hier: Wer zuerst stand, darf zuerst weiterfahren.

Spannung bringen die Fahren im dunkel mit sich, da viele Strassen hier nicht beleuchtet sind. Statt dessen gibt es ueberall so Leuchtreflektoren auf den Streifen auf dem Boden. Man orientiert sich also an den 3 leuchtenden Punkten vor einem.

Was mir hier gut gefaellt ist eine Idee, wie die Strassen vierspurig genutzt werden koennen, obwohl sie nur "3spurig" gebaut sind: Es gibt auf den meisten Strassen eine Fahrbahn in beide Richtungen, die durch Striche getrennt sind. Nach aussen sind die Fahrbahnen durch einen gelben Streifen getrennt, neben dem zu beiden Seiten noch eine halbe Spur geteert ist. So faehrt man bei Ueberholmanoevern einfach auf die halbe Spur und der schnellere hat genug Platz, rechts (!) zu ueberholen. Bedankt wird sich dafuer mit dem Warnblinker. Allerdings ist Vorsich geboten, da die schmale Spur auch viel als Fussgaengerweg genutzt wird.

Ich habe noch eine kleine Verkehrsanekdote von Elli: Sie hat gestern einen Affen auf der Strassen sitzen sehen. Sie hat zwar gehupt und geleuchtet, aber der hat sich keinen Meter bewegt, dass sie drum herum fahren musste. Lucky erzeahlte ihr dann, dass die Affen das Essen genau dort verspeisen, wo sie es gefunden haben und sich bis dahin keinen Meter bewegen, komme was wolle... und wenn es ein Auto ist.


Im Haushalt: Brenne Muell, brenn!


Von aussen nach innen: Unser Gelaende ist von einem Zaun umgeben, das wir durch ein Sicherheitstor verlassen koennen. Um sich das staendige Aus- und Einsteigen zu ersparen, hat man allerdings einen "Remote" dabei, mit dem das Tor automatisch auf und zu geht. Sehr praktisch!
Auch unser Haus ist mit Alarmanlagen gesichert. Diese schalten wir bei Verlassen des Hauses und eine andere beim Schlafengehen an. Da fuehlt man sich ja gleich sicherer, oder?!
Einen Uebergang von draussen nach drinnen bietet der Muell. Er wird zwar meistens drinnen produziert, wo er auch gleich gespuelt wird (zumindest alle Dosen, Tetrapacks, Becher etc). Draussen wird er dann in einem grossen Ofen verbrannt, denn Muellabfuhr gibt es hier so wenig wie (OE)PNV.
Das Spuelen hat uebrigens den Sinn, dass alle Essensrest vor allem bei den hohen Temperaturen, die anstehen, schnell gammeln oder Tiere anlocken. Da der Muell aber erst gesammelt wird, bevor er in den Flammen untergeht, lagert er besser sauber.

Was mir noch zu Feuer einfaellt, ist dass die Arbeiter sich zu Mittag ein kleines Feuerchen machen, um sich ihr Mittagessen darauf zuzubereiten. Ich stelle mir das sehr witzig vor, wenn sich in Deutschland auch alle Arbeiter zum Mittag ein kleines Feuer machen wuerden...
Ebenfalls mit Feuer verbinde ich die kleinen Landteile am Strassenrand, die man immer wieder sieht, da sie manchmal auf Grund der Trockenheit einfach brennen oder verkohlt und frisch verbrannt sind. Irre, so 1m an einem Landschaftsbrand vorbei zu fahren!

So, jetzt aber ins Haus. Da hier nur Deutsche wohnen, gibt es nicht so viele Besonderheiten. Spontan ist mir aufgefallen, dass wir einen Gasbackofen haben, was ich noch nie zuvor gesehen hab, dass der Duschhebel reingedrueckt statt rausgezogen wird und dass alle Stromstecker nachts raus muessen, weil es im Sommer oft grosse Gewitter gibt, die sonst viele Elektrogeraete kosten wuerden... Da die Hausangestellte von Dudley, dem Grundstueckbesitzer, auch bei uns putzt, bleibt uns das erspart, was ich sehr angenehm finde. Ebenso das spuelen und Waesche aufhaengen. Danke Dudley!!!!

Solche Hilfen findet man auch viel beim Einkaufen. So werden einem die Parkplaetze gezeigt und die Tueten gepackt. Geld bekommen die Leute dafuer keines, denn sie sind keine Angestellten. Sie machen das 'freiwillig' und leben von dem Trinkgeld, was sie dafuer erhalten.

Zum Essen: Es ist herrlich, sich frische Grapafruit aus dem Garten ins Wasser oder Nuesse ins Essen zu tun und frische Papaya im Johgurt ist auch lecker. Aber bei euch sind ja auch gerade viele leckere Fruechte reif :-)



So, dass sind alle Besonderheiten, die mir momentan so aufgefallen sind. Ach ich habe euch gar nicht erzaehlt, dass wir hier 3 Zahlen ein wenig anders schreiben als in Deutschland. Die eins ist nur ein Strich, die sieben hat keinen Querstrich und sieht damit unserer eins sehr aehnlich und die zwei hat einen so grossen Schnoerkel unten, dass sie oft aussieht, wie unsere sieben... Verwirrung pur, solche Kleinigkeiten koennen einem das Arbeiten ganz schoen kompliziert machen...

Das Wochenende werden wir in Malelane verbringen, wo wir zwei Freiwillige aus Deutschland besuchen. Da der Ort wohl 10min vom Kruegerpark entfernt ist und die Maedels erfahren haben, dass der Park (warum auch immer) Samstag keinen Eintritt kostet, planen wir einen Tagesausflug auf den ich mich schon sehr freue! Ansonsten kostet der Park fuer Personen mit Visum uebrigens auch nur 4Euro...

Ich werde euch naechste Woche berichten und hoffentlich ganz viele Bilder zeigen... Einen lieben Gruss an alle! :-*

1 Kommentar:

  1. Hi Steffi,
    schöner Blog, wünsche dir noch eine erlebnisreiche Zeit. Gruß nach SA vom Willy

    AntwortenLöschen