Afrika

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Sonntag, 31. Oktober 2010

Ein Stueck Monatsbericht (geaenderte Originalfassung)

Land und Leute
Diesen Monat hatten wir privat etwas mehr Kontakt zu den Einheimischen, was mir sehr gut gefallen hat. Wir haben eine Party, einen 21. Geburtstag, eine Girl Guide Gruppenstunde und einen Gottesdienst in verschiedenen Townships besucht.
Ich finde es total spannend zu sehen, wie die Einheimischen wohnen und mit ihnen den Tag zu verbringen und somit ihre Rituale und Alltagsgeschehen zu begleiten. Ich habe das Gefuehl, dass wir ueberall unglaublich willkommen sind. Mehrmals sollten wir auch eine kurze Rede halten und uns vor allen vorstellen. Das schoene war, das die Menschen wirklich interessiert waren, wer wir sind und uns sehr freundlich begruesst haben. Das ist wirklich ein schoenes Gefuehl. Auch wird man recht schnell zum Essen eingeladen und obwohl die Menschen nicht viel haben, sind sie trotzdem sofort bereit zu teilen.
Was ein bisschen schade ist, ist dass man ueberall so sehr auf die Sicherheit achten muss. So gab es vor dem Besuch der Party im Township ein paar Diskussionen und Gedanken darueber, ob es sicher ist oder nicht und unter welchen Aspekten die Sicherheit gewaehrleistet ist. Es ist sehr schade und irgendwie etwas komisch, dass man in Gebieten, in denen man tagsueber so willkommen ist, nachts so gefaehrdet ist. Der Hintergrund liegt natuerlich in der Kluft zwischen Arm und Reich, so wie zwischen Schwarz und Weiss. Ein Thema ueber das man automatisch immer mal wieder nachdenkt, wenn man sich in Afrika aufhaelt. Es ist sehr interessant, wenn man sich ueber einen laengeren Zeitraum ein Bild ueber diese Verhaeltnisse machen kann und man erhaelt unterschiedliche Erkenntnisse. Darauf moechte ich aber lieber in einem der naechsten Monatsberichte naeher eingehen.

Auch das Land wird immer gruener und bunter. Es macht total Spass, durch die Gegend zu fahren und die Natur zu sehen.











Letztes Wochenende haben wir zufaellig eine wunderschoene Wasserstelle mit kleinen Felsen und Bachlaeufen gefunden und uns dort gesonnt und entspannt und einfach die Natur genossen. Ein kleines Paradies. Einfach so.









Diesen Samstag haben wir uns mal beim Geckoing in das Element Wasser begeben und sind mit einem Gummireifen einen Fluss runter. Zudem gab es Adrenalinkicks durch das Klippensringen von bis zu 8 Metern Hoehe. Das war echt klasse. Solche Ausfluege gefallen mir besser, als deutsche Freizeitparks. Schade, dass es von solchen Aktivitaeten so wenig in Deutschland gibt.







Die Arbeit
Die Arbeit hat sich diesen Monat vor allem auf den Besuch des SCHWABE Konzern konzentriert. Das ist eine deutsche Pharmaziegruppe, die den Umckoloabo Wirkstoff aus afrikanischen Pflanzen auf den Markt gebracht hat. Die haben einen Fond fuer soziale Projekte eroeffnet mit dem sie uns ein neues Pfadfinderoffice im Wert von ca. 1.000.000Euro sponsern. Das Gesicht fuer die Aktion geben Axel Milberg und seine Frau. Diese, viel Presse und Vertreter von Schwabe waren letztes Wochenende  da, um den ersten Spatensstich zu machen. Von uns aus gab es an dem Wochenende viele Praesentationen und Dank, so wie eine grosse Projektvorstellung von Seiten des Architetkten, wo sogar der Minister von Mpumalnga anwesend war und ein nettes Grillen mit einem Auftritt des Roverchor, der echt unglaublich toll ist. Wir haben in Zusammenhang dessen aufgeraeumt, Papiere mit gedanklichen Vorbereitungen getippt, Einkaeufe getaetigt und so weiter. Zunaechst war ich zu dem Zusammentreffen mit der Presse nicht sonderlich motiviert, aber das ganze war weit weniger schlimm als erwartet und ich bin auf die Bericht der Presse in den naechten Wochen in Deutschland gespannt. Und in wie weit wir darin dann ueberhaupt noch eine Rolle spielen. Und ich bin sehr gespannt, auf das neue Pfadfinderoffice, von dem wir an dem Wochenende ein ganz gutes Bild bekommen haben.
Ansonsten ist fuer uns  in den letzten zwei Wochen nicht sehr viel zu tun. Ich denke auf Grund der mangelnden Qualitaet meines Englisch bin ich Nikki bei vielen aktuellen Arbeiten wie Abrechungen keine grosse Hilfe. Ich hoffe, dass wir Nikki nach dem Urlaub wieder mehr helfen koennen und sich dann vielleicht mehr Aufgaben ergeben, bei denen ich mich etwas mehr einbringen und Nikki eine helfende Hand sein kann. Anstatt passiver Arbeiten wie Schreiben oder Bote zu sein wuerde ich mich auch freuen, wenn ich mich etwas mehr einbringen kann und meine Qualitaeten der Arbeit im Office zu Gute kommen koennen.

Pfadfinder in Suedafrika
Ich habe mittlerweile einen recht vielseiten Blick von Pfadfindern in Suedafrika und habe in den letzten Tagen auch einen Blog ueber Pfadfinder hier geschrieben. Ich bin fasziniert, wie gut und weit sich SASA Mpumalanga schon entwickelt hat, obwohl es Pfadfinder hier erst seit ca. 15 Jahren so richtig gibt. Zudem ist mir die Notwendigkeit und Bedeutung der Pfadfinder hier nochmal deutlich geworden und ich bin sehr stolz, was hier durch Pfadfinder alles bewirkt wird! Es ist toll, einen Beitrag dazu zu leisten. Mir gefaellt auch das Badge-System sehr gut, weil sich die Themen mit sehr sinnvollen und interessanten Inhalten beschaeftigen und es tolle Praxisuebungen gibt. Ich habe das Gefuehl, dass durch dieses System viel mehr Inhalte vermittelt werden als bei uns und moechte die entsprechenden Buecher mit nach Hause bringen, um Inspiration fuer mich und meinen Stamm zu finden.



Ich selbst
Mir geht es sehr gut und ich freue mich wahnsinnig auf den Trip nach Durban mit Dudley, den Besitzer unserer Farm, in der naechsten Woche und den Besuch in Kapstadt anlaesslich der SAGE Net Konferenz Mitte November. Es ist toll, so viel herum zu kommen und mehr vom Land zu sehen. Auch die ersten Plaene und Vorbereitungen fuer unseren grossen Urlaub im Dezember laufen an. Wir planen einen Trip nach Mosambique ab Mitte Dezember und eine Tour ab Weihnachten von Joburg ueber die Drakensberge nach Kapstadt, wo dann auch der Jens dabei ist. Das wird sicher grossartig.

Was die Arbeit betrifft, wuensche ich mir etwas mehr zu tun zu haben und anspruchsvollere Arbeiten bewaeltigen zu muessen oder koennen, so wie Arbeiten, bei denen ich mich selbst etwas aktiver einbringen und meine Staerken ausspielen kann.
Mein persoenliches Highlight ist auf jeden Fall die Teilnahme an traditionellen Programmen in den Townships und das einfache Zusammensein mit Einheimischen.

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