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Donnerstag, 28. Oktober 2010

Pfadfinder in Suedafrika...



„We cannot give children better houses, better food or better jobs. But we can teach them to help themselves, to improve their living conditions so that they are able to find a way out of poverty on their own. We want them to grow up be responsible adults which can act independently.“

„Wir koennen den Kindern keine besseren Haeuser, besseres Essen oder bessere Arbeit verschaffen. Aber wir koennen ihnen beibringen, sich selbst zu helfen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, so dass sie in der Lage sind einen Weg aus der Armut zu finden. Wir wollen sie zu verantwortungsbewussten Erwachsenen erziehen, die selbststaendig handeln koennen.“



Uebergeordnete Einteilung

Unser Farmbesitzer Dudley & der Chief Scout von South Africa
Die Pfadfinderorganisation in Suedafriak heisst SASA, South African Scout Assosiation. Es ist die einzige Pfadfinderorganisation in Suedafrika und entspricht der DPSG, deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in Deutschland und hat ihre Hauptverwaltung in Kapstadt. Das Land ist in 8 Provinzen unterteilt und so wie es bei uns Dioezesen gibt, hat hier jede Provinz ein eigenes Verwaltungsbuero.  In diesen Provinzen gibt es wiederum Districte, die mit unseren Bezirken zu vergleichen sind.
Wie auch bei uns gibt es fuer alles Vorstaende, somit haben wir einen Vorstand von Sasa (Milly), einen von Mpumalanga (Elvis) und welche fuer die einzelnen Districte (David, Samson, Chris u.a.), die FieldWorker genannt werden. Unser Office ist dazwischen geschaltet. Es ist das Verwaltungsbuero fuer die Pfadfinder in der Provinz Mpumalanga, wir arbeiten fuer Milly und Elvis und mit den FieldWorkern.

Behinderungen selbst erleben - bei den Girl Guide's


Entwicklung und Entstehung

Die Pfadfindergruppen hier in Mpumalanga entstehen in Zusammenarbeit mit Schulen und werden auch dort gehalten. Man kann sich das in etwa wie eine AG bei uns vorstellen, was hier aus organisatorischen Gruenden einfacher ist. Die Pfadfinder sind also Schueler, die nach der Schule noch Gruppenstunden besuchen. Die Leiter sind aeltere Pfadfinder oder Lehrer. Als Gelaende dient ihnen das Grundstueck der Schule.
Pfadfinder gab es hier zuerst vor ca.50 Jahren. Alles hat mit insgesamt 200 Mitgliedern begonnen. Heute gibt es in der Provinz ca. 3000 Pfadfinder. Viele Gruppen werden grad ganz neu gegruendet und stehen noch sehr am Anfang ihrer Entwicklung. Um diesen Gruppen einen Einstieg zu ermoeglichen oder zu erleichtern, koennen sie bei uns im Office eine StarterKid fuer ca. 50€ kaufen. In diesem sind einige Bastel- und Spielgerate enthalten, wie Papier, Buntstifte, Scheren, Klebe, Baelle, Frisbees, Seile so wie ein Handbuch fuer Leiter und ein grosser Ordner mit vielen Anregungen fuer Gruppenstunden und Aktivitaeten.

Knotenkunde bei den Cubs


Aufbau
Die Pfadfinder in Suedafrika sind nicht wie bei uns in 4, sondern in drei grosse Gruppen, den Cubs (7-11),  den Scouts(11-18) und die Rover (18-25) unterteilt. Zudem gibt es die „erwachsenen Leiter“, wobei auch wie bei uns viele Rover eine Doppelrolle haben.
Cubs und Slouts sind nochmal in 4 Untergruppen unterteilt. Die juengsten sind die Cheetahs (Geparden), dann kommen die Leopards, als naechstes die Wolfs und die aeltesten sind die Lions. Die Scouts durchlaufen maximal 6 Gruppen. Dabei sind sie zuerst ein Investiture, ein Einsteiger. Dann folgt der Pathfinder, der Adventurer, dann der First Class, dann der (Sea, Air, -, ) Explorer und zuletzt der Springbok.
Alle Pfadfinder tragen eine Kluft, auf denen sie ein Badge (Aufnaeher) fuer die Provinz, einen fuer das District, und einen fuer ihre Gruppenstufe haben. Zudem traegt jeder die Weltbundlilie, welche auch auf unsere Kluften gehoeren. Wie wir tragen sie Halttuecher, deren Farben oder Muster aber nicht von der Stufe, sondern vom District abhaengen.







Projekte/ Tatigkeiten / Badge-System
Das ganze System baut auf den Badges auf. Das sind Aufnaeher zu bestimmten sehr pfadfindertypische Themen, fuer die ein gewisses Programm vorgesehen ist.  Fuer die Cubs und fuer die Scouts gibt es dazu Leitbuecher, in denen alle Badges aufgelistet sind. In jeder Stufe gilt es die vorgesehen Inhalte der Badge durchzufuehren und dann den entsprechenden Aufnaeher zu bekommen, wenn alles erfolgreich erledigt ist. Das ganze ist also etwas systematischer und inhaltlich festgelegter als bei uns. Die Gruppenstunden sind aber aehnlich locker wie bei uns. Wenn eine bestimmte Anzahl an Badges erworben wurde, steigt das Kind in eine hoehere Gruppe auf. Mit dem Erreichen von 5 verschiedenen Badges bekommt es den Cheetah Badge und wechselt die Gruppe.
Zunaechst gibt es einen Mitgliedsbadge, zu dessen Inhalten das Pfadfindergesetz, das Versprechen, das Motto, die Begruessung (mit der linken Hand!), der Gruß, der Ruf und die Geschichte von der Gruendung gehoeren. (Na, kennt ihr das alles meine lieben Fraxerianer?) Bei den Cubs geht es dann darum den Cheetah Badge zu erwerben. Dazu kann man zum Beispiel Badges in den Bereichen Outdoor, Lagerfeuer, Geographie, Knoten, erste Hilfe, Geheimschrift, Umweltschutz oder Menschen und Kulturen erlangen. Zu jeden Gebiet gibt es einen kurzen Text mit wichtiges und interessanten Infos zu dem Thema und 2-3 Vorschlaege, was man selbst ganz einfach dazu machen kann. Die Vorschlaege sind immer sehr praktisch ausgelegt und einfach umzusetzen, also wirklich sinnvoll, im Gegensatz zu vielen anderen Handbuechern ;-)
Einige Sachen gehoeren in Deutschland zur Schulausbildung, andere sind sehr brauchbar und interessant! Viele dieser Themen werden in den hoeheren Jahrgaengen immer wieder aufgegriffen und vertieft.
Ein Beispiel: Beim Fire Lighting Badge lernen die Cubs zunaechst, wie man Streichhoelzer und Feuerzeuge richtig bedient. Dann kommen wichtige Regeln fuer ein Lagerfeuer. Ebenfalls gehoert dazu, was man fuer ein Feuer braucht, wie man es sicher aufbauen kann, was man darauf zubereiten kann und wie man es loescht.
Fuer die Scouts gibt es Badges zu den Themen Karte lesen, Camping, Pioneering, erste Hilfe, Observation, Backwoodsman, Hiking, personal and interpersonel development.

Zu diesen Inhalten gibt es jedes Jahr grosse Projekte, die sich auf die Themen und Probleme vor Ort konzentrieren. Es gibt jedes Jahr eine grosse Kampagne zum Thema Gesundheit, in diesem jahr ist es Tuberkulose. Bei diesen Kampagnen werden verschiedene Workshops veranstaltet. Die Kinder werden ueber die Krankheit aufgeklaert, wie sie uebertragen wird und wie man sich schuetzen kann. Das ganze passiert meistens auf spielerischer Ebene, durch Schauspiele, bemalen von Hauswaenden oder durch Road Shows.
Ein weiteres grosses Projekt ist „Food for Life“ . Bei diesem lernen die Scouts Gemuesegaerten anzulegen. Somit koennen die Schule gesunderes Essen verteilen und die Scouts koennen dieses Wissen mit nach Hause nehmen und ihrer Familie zeigen, so dass die Familien in der Lage sind gesunde Lebensmittel anzubauen.
Andere grosse Themen sind HIV/AIDS, Kindermissbrauch (To know to have the right to say NO), Kriminalitaet, Fair Play, fruehe Schwangerschaften, Team Work, Freundschaft, Berufe...



Finanzierung
Die Mitgliedschaft fuer ein Kind fuer ein Jahr betraegt 2-3 Euro. Es gibt in Deutschland eine Aktion die Annual Badge heisst, bei dem Pfadfinder aufgerufen werden ein Badge im Wert von einem Eis zu kaufen und somit einem Pfadfinder in Suedafrika ein Jahr die Mitgliedschaft zu finanzieren.
Diese Mitgliedschaft kommt einem erstmal nicht viel vor, aber ich habe das Gefuehl, dass die Familien recht viel Geld benoetigen, da die Kinder eine Kluft brauchen, Aufnaeher, eine Ausruestung zum Zelten (Isomatte, Schlafsack), so wie Geld fuer Lager. Diese sind zwar deutlich guenstiger als bei und aber fuer viele Famlien hier noch sehr viel Geld (Summer Camp: 6Tage fuer 10 Euro!).



Persoenliche Erfahrungen
Meine perseonlichen Erfahrungen sind mitlerweile recht vielfaeltig, weil ich im Buero der Verwaltung arbeite, aber auch schon Gruppenstunden besucht und eine geleitet habe.
Mir gefaellt das Badge System eigentlich sehr gut, die Gruppenstunden sind mit sinnvollen Inhalten gefuellt und machen echt Spass! Die Inhalte zu den Badgen sind gar nicht verschult oder so, sondern immer total praxisnah und meistens auch einfach durchzufuehren. Die Leiter haben nie Probleme Inhalte fuer ihre Gruppenstunden zu finden und den Kindern wird’s nicht langweilig. Trotzdem waren alle in den Gruppenstunden sehr locker und haben viele Spaesse gemacht. Ich habe eine Cub-Gruppenstunde besucht. Dort beginnen und beenden alle Cubs die Gruppenstunde zusammen mit einer Eroeffnung und einem Spiel. Dann teilen sie sich in die Untegruppen (Cheetah, Lepard...) auf und „arbeiten“ alle zum gleichen Badge, aber jeweils auf ihrem Niveau. Waehrend der Begruessung und des Abschieds gibt es zwei Befehle, wobei sich alle ordentlich hinstellen muessen, das kommt einem etwas militaerisch vor, aber ansonsten sind die ganz locker!



Pfadfinder in Sueafrika sind auf jeden Fall eine sehr sinnvolle Einrichtung. Denn die Kinder setzten sich somit sehr viel mit ihrer Umwelt auseinander, lernen einiges ueber die Natur, ueber sozialen Umgang und Hilfen im Alltag. Viele der Projekte sind auch bei uns denkbar und sinnvoll. Ich werde euch die Buecher mitbringen, vielleicht moegt ihr euch ja inspirieren lassen :-)




Jeder Pfadfinder hier hat (wie eigentlich auch bei uns?!) eine Kluft. Und auch alle deutschen Pfadfinder, die bis jetzt zu Besuch kamen, mit denen wir dann eine Fuehrung oder sowas gemacht haben, kamen in Kluft und fuer uns hiess es immer:“ Maedels morgen in Kluft, eine Gruppe kommt zu Besuch“. Wenn man dann am naechsten Tag aufeinander traf, alle im gleichen Outfit, mit gleichen Abzeichen und auch unterschiedlichen, die einem gleich verieten, aus welcher Region die Leute sind und welche Lager sie schon so mitgemacht haben, fuehlte man sich direkt wie EINE Gruppe. Leider stand ich immer nur mit meinem Halstuch dar und war somit ein kleiner Aussenseiter ;-)
Auch in den Gruppenstunden,die wir besucht haben, fanden es die Kinder sehr fragwurdig, dass man auch Pfadfinder ohne Kluft sein kann und ich weiss nicht, ob ich bei allen so richtig anerkannt wurde... Also, wie ihr es euch bestimmt schon denken koennt, habe ich mir auch eine Kluft angeschafft, die richtigen Badges gibt es ja direkt im Office zu kaufen und habe somit auf dem SummerCamp ein echtes Zusammengehoerigkeitsgefuehl gespuert. Das war schon cool!

Und kurz vor dem Lager bin ich sogar zu meinem eigenen Pfadfindertuch gekommen, mit dem Pfadfinder auf internationalen Reisen Deutschland vertreten. Es wurde uns vom Bundevorsitzenden Rotti persoenlich uebergeben. Im Zusammenhang mit der Jahresaktion hatten wir naemlich 9 deligierte Pfadfinder aus ganz Deutschland zu Besuch, die sich unsere Vorbereitungen fur 2011 und das Pfadfinderleben vor Ort genau angeschaut haben. Dazu gehoerten mehrere Dioezesanvorsitzende, wie auch die Dioezesanvorsitzende Anne Schulte aus Paderborn und der Bundesvorsitzende Rotti. Mit dem gab es direkt mal eine Wette um ein SixPack Savanna, ob Dortmund oder Schalke an Saisonende hoeher in der Tabelle stehen.^^

Noch Fragen?


Be prepared!
“The Scout Movement remains serious about being a growing organisation with moral fibre, commitment and an action plan, while changing the world for the good of society” G de la Hunt (South African) – Chairman of World Organisation of Scout Movements

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